Nikasir phuv – Menschenrechte für alle sicher(n)?!

243

Mit dem Begegnungsprojekt „Niemandsland“ haben balkan:biro und seine Partnervereine erstmals den thematischen Schwerpunkt „Diskriminierung von Roma“ um die aktuelle Thematik „Flucht“ erweitert. Ausgehend von einer erstarkenden, medial und sozialpolitisch wahrnehmbaren Einteilung geflohener Menschen in „gute und schlechte Flüchtlinge“, setzen wir ein solidarisches Zeichen und bringen junge Menschen mit unterschiedlichen Fluchterfahrung zusammen.

Zu einer ersten Begegnung im „Niemandsland Mali Losijn“, einer kleinen Insel in Kroatien, kamen im Sommer 2016 vierzig Jugendliche und Erwachsene aus Frankreich, Serbien und Deutschland zusammen. Dabei wurden elf Sprachen gesprochen.In Tanz-, Sound- und Film- und weiteren Workshops tauschten sie aktiv ihre Erfahrungen aus. So erarbeiteten junge Roma und Geflohene aus Syrien, Iran, Afganistan im Filmworkshop die Idee zu einem doku-fiktionalem Video, in dem die Geschehnisse in Syrien seit 2014, Fluchterfahrungen von der Türkei nach Griechenland und das „Ankommen in Deutschland“ aufgearbeitet und reflektiert werden.

Die zweite Begegnung fand vom 15. bis 22. Juli 2017 in Lünen/Nordrheinwestfalen statt. Dabei wurde Raum geschaffen, um die Vielfältigkeit der Erfahrungen und Zugänge zu der Thematik Flucht und Migration zu verdeutlichen. Mit einem flexibel gestalteten Programm ermöglichte das Projekt, sich auf die Ausdruckswünsche und Ideen der TeilnehmerInnen einzulassen. Die Teilnehmer wurden darin unterstützt, in Workshops das Thema der Kolonialgeschichte Togos uns Syriens zu referieren und einen Input zur Geschichte Kurdistan zu geben. In Kreativ-Workshops entstand eine Tanz- und Gesangsperformance, die von den Jugendlichen der Öffentlichkeit in Münster präsentiert wurde. Hierzu trugen sie selbstgestaltete T-Shirts und verteilten ihre „Message an die Welt“.

Niemandsland wurde von den drei Projektpartnern Balkanbiro e.V. (Münster), Vakti- it´s time (Belgrad- Serbien) und L´artichaut (Marseille- Frankreich) organisiert.

Förderer: Programm „Europeans for peace“ der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft und dem DFJW- Deutsch-französischen Jugendwerk.