Dirk Auer

Dirk Auer

Verklärte Helden, verurteilte Mörder

Die Arbeit des Haager UN-Gerichtshof für das ehemalige Jugoslawien geht zu Ende, die Aufarbeitung der Kriegsverbrechen wird aber fortgesetzt. Gerichte in Zagreb, Belgrad und Sarajevo tragen jetzt die alleinige Verantwortung dafür, dass Kriegsverbrechen nicht ungesühnt bleiben. Doch Politiker und weite Teile der Bevölkerung sind bis heute nicht bereit, sich damit auseinanderzusetzen. Verurteilte Kriegsverbrecher werden als Helden

Vertrieben, vergessen und vergiftet. Die Roma sind die vergessenen Opfer des Kosovo-Krieges

Am 11. Juni jährt sich das Ende des Kosovokriegs zum 20. Mal. Die «humanitäre Intervention» der NATO sollte Morde und «ethnische Säuberungen» an der albanischen Bevölkerung militärisch stoppen. Doch auch die heutigen Rückblicke und Einschätzungen zum Kosovokrieg blenden die Vertreibungen und Gewalt an den im Kosovo verbliebenen ethnischen Minderheiten nach Ende des Krieges aus: Die

Stabilität vor Demokratie. Der Westbalkan auf dem Weg in die EU

Auf der anderen Seite sind die potenziellen Beitrittsländer des Westbalkans zwar in vielen technischen Fragen der EU näher gekommen. Hinsichtlich demokratischer und rechtsstaatlicher Prinzipien haben sie sich jedoch vom europäischen Anforderungskatalog entfernt. Überall herrschen mehr oder weniger autoritäre und klientelistische Regime. In den EU-Fortschrittsberichten wird das zwar auch angesprochen, doch noch viel zu milde. Denn für die

Für Gott und Kroatien

Die katholische Kirche in Kroatien ist mit Privilegien ausgestattet, wie kaum eine andere Religionsgemeinschaft in Europa. Sie wird mit viel Geld aus dem Staatshaushalt finanziert und ist zugleich ein einflussreicher Faktor: in Talkshows, in der Schule, in der Politik. Propagiert werden aber nicht nur die Heilige Schrift, sondern auch Nationalismus, rigide konservative Werte und ein revanchistisches

Bosnien-Herzegowina: Ein gespaltenes Land steht still

Jungen Menschen in Bosnien und Herzegowina fehlen die Pers- pektiven. Die Gründe dafür sind eine horrende Arbeitslosigkeit, ethnische Spannungen und längst überfällige Reformen. Viele kehren deswegen ihrer Heimat den Rücken und emigrieren, wenige bleiben bewusst oder kehren gar aus dem Ausland zurück. Download: Eine Welt 3/2017

Die Brücke über die Drina – 25 Jahre nach den Massakern in Višegrad

„Die Brücke über die Drina“ von Ivo Andric ist eine monumentale Erzählung über das multikulturelle Leben auf dem Balkan. Der historische Roman war in Jugoslawien Pflichtlektüre an vielen Schulen. Die „Brücke über die Drina“ galt als Symbol von „Brüderlichkeit und Einheit“. Das wirkt heute bitter ironisch, denn an dieser Brücke ereignete sich vor 25 Jahren ein

Mythos „Trepça“. Der Streit um die Mine im Kosovo

Sie galt einst als „Kronjuwel“ des Kosovo: Die Trepca-Mine in der heute geteilten Stadt Mitrovica. Zu jugoslawischer Zeit gruben hier bis zu 20.000 Bergleute nach Blei, Zink und Edelmetallen; fast alle Familien in und um Mitrovica haben direkt oder indirekt von Trepca gelebt. Aber die Mine war und ist nicht nur ein Wirtschaftsfaktor.1989 verbarrikadierten sich die

Mazedonien: Vom Musterknaben zum Problemfall

Mazedonien ist unversehens zum Frontstaat gegen Flüchtlin- ge auf dem Weg nach Westeuropa geworden. Dabei kämpft das verarmte Balkanland selbst schon seit langem mit schweren Problemen. Die Regierung ist autoritär, Medienfreiheit existiert nur auf dem Papier. Vor allem junge Leute verlassen deshalb in Scharen das Land. Download: Eine Welt 2/2016

Gescheiterter Staat? Bosnien-Herzegowina 20 Jahre nach Dayton

Vor 20 Jahren wurde mit der Unterzeichnung des „Vertrags von Dayton“ der Bosnien-Krieg formal beendet. 100.000 Tote waren zu beklagen, mehr als 2 Millionen Menschen wurden vertrieben. Der Wiederaufbau wurde von der internationalen Gemeinschaft mit erheblichen Mitteln unterstützt. Doch noch immer wird die Politik von den nationalistischen Agenden der drei großen ethnischen Parteien bestimmt –