13.-20. September 2025
Nachdem uns Teil 1 der Partisan:innenreise in die Hauptstadt Sarajevo und den Südosten des Landes gebracht hat, führte uns diese Reise in den Nordwesten Bosniens. Dabei bewegten wir uns im Dreieck der Städte Bihać, Jajce und Prijedor, denen gemein ist, dass sie alle zur historischen Region Krajina („Grenzland“) gerechnet werden. Heute gehören sie den zwei unterschiedlichen Entitäten Föderation BiH (Bihać, Jajce) und RS (Prijedor) an, die das Ergebnis des letzten Krieges 1992-1995 sind.
Wie die erste Partisan:innen-Reise, so bewegte sich auch dieses Format im Spannungsfeld zwischen dem „Vorher“ und dem „Nachher“ der 1990er Jahre, deren gewaltvolle Ereignisse die Erinnerungskultur stark verändert haben: Anreiseort und erste längere Station war Bihać, wo im Herbst 1942 der Erste Antifaschistische Rat der Volksbefreiung Jugoslawiens (AVNOJ) tagte und die sogenannte Republik von Bihać entstand. Die nächste Station Jajce ist nicht nur eine uralte bosnische Königsstadt mit antiker Vorgeschichte, sondern Ort der zweiten AVNOJ-Sitzung (1943), wo die Gründung Jugoslawiens beschlossen und Josip Broz Tito zum „Marschall Jugoslawiens“ erklärt wurde. Die dritte Station Prijedor liegt am Kozara-Gebirge, wo wir zum Einen das Denkmal der Revolution besichtigten, uns aber auch mit dem dunklen Kapitel der sogenannten „Weißen Bänder“ auseinandersetzten, mit denen die muslimische und übrige nicht-serbische Bevölkerung Prijedors markiert, vertrieben, in Lager interniert und/oder ermordet wurde. Die Reise endete wieder in Bihać.
Organisation und Reiseleitung: Hannah Marquardt und Dirk Auer.