Reportagen

„Ab heute heißt du anders“. Die Demütigung der türkischen Minderheit im kommunistischen Bulgarien.

Ein eigener Name bedeutet Identität, Zugehörigkeit, ein Stück Familiengeschichte. All das versuchte die kommunistische Führung in Bulgarien auszuradieren. In den 1980er Jahren geht das Regime radikal und rücksichtslos gegen die türkische Minderheit im Land vor. Das Ziel: die vollständige Anpassung an die bulgarische Gesellschaft. Wer Türkisch spricht, dem droht eine Gefängnisstrafe. Rituale, Feste, traditionelle Kleidungsstücke

Jenseits der Berge. Unterwegs im dalmatinischen Hinterland

Sonne, Strand, Meer und Inseln: dafür steht Dalmatien, Kroatiens populärste Touristenregion. Doch nach nur 20 Kilometer Fahrt von der Küstenstadt Split ins Landesinnere, hinter dem Pass von Klis, beginnt eine völlig andere Welt: eine karge, schroffe Landschaft aus Karst und Weite, mit nur spärlicher Vegetation, oft übersehen und dennoch reich an Geschichte und Geschichten. Seit

Wie Belene die Schatten des Kommunismus offenlegt

Der Kommunismus wird in Bulgarien von vielen Menschen verklärt. Vom Straflager Belene, in dem rund 15.000 Menschen gefoltert und gefangen gehalten wurden, wollen viele nichts wissen. Die Überlebenden fürchten, dass ihr Leid vergessen wird. Von Rayna BreuerAudio: Deutschlandfunk, 12. September 2024.

Bergbau auf Chinesisch. Die Kupferminen im ostserbischen Bor

Die Kupferminen der ostserbischen Stadt Bor gehörten zu den größten Europas. Doch mit dem Zerfall Jugoslawiens in den 1990er-Jahren begann der Niedergang: Wichtige Investitionen wurden verpasst, immer höhere Schulden angehäuft – 2018 schließlich wurde das ehemals stolze Staatsunternehmen von der chinesischen Zijin Mining Group übernommen. Seitdem hat sich viel geändert: Mit den neuen Besitzern kamen

Abschied auf Raten. Bulgariens schwieriges Verhältnis zu Russland

„Das Huhn ist kein Vogel und Bulgarien kein Ausland“ lautete eine Redensart in der Sowjetunion. Tatsächlich war die Treue Sofias gegenüber Moskau sprichwörtlich, weshalb Bulgarien oft auch als 16. Sowjetrepublik bezeichnet wurde. Nach der Wende 1989 wurden bulgarisch-russische Seilschaften in Wirtschaft und Geheimdiensten weiter gepflegt, auch bulgarische Politiker hatten immer wieder ein offenes Ohr für

Staat im Staat. Die Republika Srpska in Bosnien-Herzegowina

Milorad Dodik, mächtigster serbischer Politiker in Bosnien-Herzegowina, droht schon seit Jahren, die „Republika Srpska“ aus dem Gesamtstaat herauszulösen – insbesondere wenn Wahlen anstehen oder es von Korruptionsskandalen abzulenken gilt. Mitte Dezember vergangenen Jahres wurde jedoch tatsächlich eine Grenze überschritten: Trotz scharfer Warnungen der internationalen Gemeinschaft hat das Parlament der Republika Srpska beschlossen, dem Zentralstaat in

Serbien: Arbeiten im Billiglohnland

Seit Jahren verfolgt die serbische Regierung auf Empfehlungen des IWF eine radikale Reform- und Sparpolitik. Tatsächlich wächst die Wirtschaft seitdem, der Haushalt weist inzwischen sogar einen Überschuss auf. Doch alle Geschichten über den beispiellosen Aufschwung Serbiens werden erschüttert, wenn sie mit der nackten und harten Realität konfrontiert werden, in der viele Serben leben. Die Arbeitslöhne reichen

Verklärte Helden, verurteilte Mörder

Die Arbeit des Haager UN-Gerichtshof für das ehemalige Jugoslawien geht zu Ende, die Aufarbeitung der Kriegsverbrechen wird aber fortgesetzt. Gerichte in Zagreb, Belgrad und Sarajevo tragen jetzt die alleinige Verantwortung dafür, dass Kriegsverbrechen nicht ungesühnt bleiben. Doch Politiker und weite Teile der Bevölkerung sind bis heute nicht bereit, sich damit auseinanderzusetzen. Verurteilte Kriegsverbrecher werden als Helden

Leben mit der Grenze. Bulgarien und die Flüchtlinge

Harmanli ist eine kleine bulgarische Stadt, unweit der Grenze zur Türkei und Griechenland. Bis 2016 war sie weitgehend unbekannt, bis Szenen von gewalttätigen Unruhen im größten Aufnahmezentrum des Landes, das am Stadtrand liegt, um die Welt gingen und Harmanli zum Symbol des unmenschlichen Umgangs mit Flüchtlingen und Migranten wurde. Was ist aus dem Aufnahmezentrum geworden

Für Gott und Kroatien

Die katholische Kirche in Kroatien ist mit Privilegien ausgestattet, wie kaum eine andere Religionsgemeinschaft in Europa. Sie wird mit viel Geld aus dem Staatshaushalt finanziert und ist zugleich ein einflussreicher Faktor: in Talkshows, in der Schule, in der Politik. Propagiert werden aber nicht nur die Heilige Schrift, sondern auch Nationalismus, rigide konservative Werte und ein revanchistisches